Katzengesundheit

Katze impfen: Impfplan und Kosten in Österreich

Grundimmunisierung, Auffrischung, Tollwut und Leukose: welcher Impfschutz für Wohnungskatzen und Freigänger sinnvoll ist und wovon die Kosten abhängen.

Jede Katze sollte gegen Katzenseuche und Katzenschnupfen geimpft sein, auch wenn sie nie ins Freie geht. Kitten bekommen ihre ersten Impfungen ab der achten Lebenswoche in mehreren Terminen, danach wird in Abständen aufgefrischt, die von Impfstoff und Lebensweise abhängen. Tollwut und Leukose sind Zusatzimpfungen für Freigänger, Reisekatzen und Katzen mit Kontakt zu fremden Tieren.

Was die Impfungen kosten, lässt sich in Österreich nicht pauschal sagen, weil es keine verbindlichen Tierarzttarife gibt. Diese Seite zeigt, woraus sich der Betrag zusammensetzt und wie Sie Angebote vergleichen. Eine Übersicht über Vorsorge, Kastration und Erbkrankheiten finden Sie unter Katzengesundheit.

Welche Impfungen braucht eine Katze?

Fachleute unterscheiden Impfungen, die jede Katze haben sollte (Core-Impfungen), und Impfungen, die nur bei bestimmten Lebensumständen sinnvoll sind (Non-Core-Impfungen).

Impfung Schützt vor Für wen
Katzenseuche (Panleukopenie) hoch ansteckender, oft tödlicher Viruserkrankung jede Katze
Katzenschnupfen (Herpes- und Caliciviren) Infekten der Augen und Atemwege jede Katze
Tollwut tödlicher Viruserkrankung, auch für Menschen gefährlich Freigänger, Pflicht für Reisen
Leukose (FeLV) Virusinfektion, die das Immunsystem schwächt Freigänger, Katzen mit Kontakt zu fremden Katzen

Die Impfung gegen Katzenschnupfen verhindert nicht jede Ansteckung, mildert aber den Verlauf deutlich. Weitere Impfungen, etwa gegen Chlamydien, werden nur in besonderen Situationen eingesetzt, zum Beispiel in Zuchten mit wiederkehrenden Problemen. Ob sie sinnvoll sind, entscheidet die Tierarztpraxis.

Impfplan für Kitten: die Grundimmunisierung

Kitten sind in den ersten Wochen über Antikörper aus der Muttermilch geschützt. Diese mütterlichen Antikörper können aber eine Impfung abschwächen, und wie lange sie im Blut bleiben, ist von Kitten zu Kitten verschieden. Deshalb wird die Grundimmunisierung in mehreren Schritten gegeben, damit mindestens eine Impfung sicher wirkt.

Die Leitlinie der StIKo Vet, an der sich viele Praxen im deutschsprachigen Raum orientieren, sieht für Katzenseuche und Katzenschnupfen folgendes Schema vor:

Alter Impfung
8. Lebenswoche Katzenseuche, Katzenschnupfen
12. Lebenswoche Katzenseuche, Katzenschnupfen, ggf. Tollwut und Leukose
16. Lebenswoche Katzenseuche, Katzenschnupfen, ggf. Leukose
etwa 15. Lebensmonat Abschluss der Grundimmunisierung

Tollwut wird frühestens ab der zwölften Lebenswoche geimpft. Vor der Leukose-Impfung sollte eine Katze unbekannter Herkunft auf eine bestehende Infektion getestet werden, denn bei einer bereits infizierten Katze hilft die Impfung nicht.

Seriöse Züchter und Tierheime geben Kitten mit etwa zwölf Wochen und mindestens zwei Impfungen ab. Die restlichen Termine übernehmen Sie. Welche Entwicklungsschritte in diese Zeit fallen, zeigt der Ratgeber Kitten-Entwicklung Woche für Woche.

Auffrischungen bei erwachsenen Katzen

Nach der Grundimmunisierung müssen nicht alle Impfungen jedes Jahr wiederholt werden. Die Abstände hängen vom Impfstoff, von der Lebensweise und teils vom Antikörperspiegel ab:

  • Katzenseuche: Der Schutz hält nach abgeschlossener Grundimmunisierung lange an. Internationale Leitlinien empfehlen in der Regel keine häufigeren Auffrischungen als etwa alle drei Jahre. Manche Praxen bestimmen alternativ den Antikörperspiegel im Blut.
  • Katzenschnupfen: Bei Wohnungskatzen ohne Kontakt zu anderen Katzen genügen oft längere Abstände, bei Freigängern, in Mehrkatzenhaushalten oder vor einem Aufenthalt in einer Tierpension wird häufiger aufgefrischt.
  • Tollwut: Die Gültigkeit richtet sich nach den Angaben des Impfstoffherstellers und steht im Heimtierausweis. Für Reisen muss die Impfung lückenlos gültig sein.
  • Leukose: Nach der Grundimmunisierung und einer Auffrischung nach einem Jahr wird bei weiter bestehendem Risiko in längeren Abständen geimpft.

Bringen Sie zu jedem Termin den EU-Heimtierausweis oder Impfpass mit. Die Praxis trägt Impfstoff, Chargennummer und Datum ein und sieht so, wann die nächste Impfung fällig ist. Viele Praxen verbinden die Impfung mit der jährlichen Vorsorgeuntersuchung.

Erwachsene Katze mit unbekanntem Impfstatus

Übernehmen Sie eine erwachsene Katze aus dem Tierschutz oder von privat, fehlen oft verlässliche Unterlagen. Die Tierarztpraxis beginnt dann in der Regel mit einer neuen Grundimmunisierung gegen Katzenseuche und Katzenschnupfen, häufig mit zwei Impfungen im Abstand von einigen Wochen. Bei Katzen, die Freigang haben sollen oder aus unklaren Verhältnissen stammen, kommt ein Test auf Leukose und manchmal auch auf FIV, das sogenannte Katzen-Aids, hinzu. In Europa ist keine Impfung gegen FIV zugelassen, ein positiver Befund ist aber wichtig für die Haltung und den Kontakt zu anderen Katzen.

Ist ein Impfpass vorhanden, bringen Sie ihn mit, auch wenn die letzten Einträge lange zurückliegen. Die Praxis kann daraus ablesen, ob eine Auffrischung genügt.

Impfen vor Reisen und Tierpension

Für Reisen innerhalb der EU braucht eine Katze einen Mikrochip, eine gültige Tollwutimpfung und einen EU-Heimtierausweis. Wichtig ist die Reihenfolge: Der Chip muss vor oder spätestens gleichzeitig mit der Tollwutimpfung gesetzt werden. Nach der ersten Tollwutimpfung gilt eine Wartezeit von 21 Tagen, bevor die Katze reisen darf. Alle Details zu Einreise, Fristen und Transport stehen im Ratgeber Mit der Katze verreisen: EU-Heimtierausweis.

Tierpensionen verlangen in der Regel einen gültigen Impfschutz gegen Katzenseuche und Katzenschnupfen, manche auch gegen Leukose. Fragen Sie rechtzeitig nach, damit eine nötige Auffrischung noch vor dem Aufenthalt wirken kann.

Ablauf: so läuft der Impftermin

  1. Allgemeinuntersuchung: Geimpft wird nur eine gesunde Katze. Die Praxis prüft Temperatur, Herz, Lunge, Augen, Ohren, Maul und Gewicht.
  2. Beratung: Lebensweise, Reisepläne und andere Tiere im Haushalt bestimmen, welche Impfungen sinnvoll sind.
  3. Impfung: Die Injektion erfolgt unter die Haut. Viele Praxen wählen dafür bestimmte Körperstellen und dokumentieren sie, um seltene Gewebsreaktionen früh erkennen zu können.
  4. Eintrag: Impfung, Impfstoff und Folgetermin kommen in den Ausweis.

Nach der Impfung sind ein bis zwei ruhige Tage normal. Leichte Müdigkeit oder weniger Appetit sind keine Seltenheit. Bei Atemnot, Erbrechen, Schwellungen im Gesicht oder starker Schwäche kurz nach der Impfung rufen Sie sofort die Praxis an.

Wichtig: Kranke, stark geschwächte oder trächtige Katzen werden nur nach sorgfältiger Abwägung geimpft. Informieren Sie die Praxis über Medikamente, frühere Impfreaktionen und eine mögliche Trächtigkeit.

Was kostet das Impfen in Österreich?

Für tierärztliche Leistungen gibt es in Österreich keine gesetzlich verbindliche Gebührenordnung. Jede Praxis kalkuliert ihre Preise selbst, die Österreichische Tierärztekammer veröffentlicht lediglich Orientierungswerte für die Kalkulation. Deshalb nennen wir bewusst keinen Pauschalbetrag. Die Rechnung setzt sich typischerweise zusammen aus:

Posten Wovon er abhängt
Untersuchung Umfang, Zeitaufwand, Region
Impfstoff Anzahl der Komponenten, Kombinationsimpfstoff oder Einzelimpfung
Leukose-Test nur bei Bedarf, Labor- oder Schnelltest
Heimtierausweis einmalig beim ersten Termin
Chip einmalig, oft zusammen mit Impfung oder Kastration

Das erste Lebensjahr ist am teuersten, weil mehrere Termine und gegebenenfalls Chip und Ausweis anfallen. Danach verteilen sich die Kosten auf einzelne Auffrischungen und die jährliche Vorsorge.

So vergleichen Sie: Fragen Sie bei zwei oder drei Praxen nach dem Gesamtpreis für einen konkreten Termin, etwa „Impfung Katzenseuche und Katzenschnupfen mit Untersuchung“. Ein günstiger Impfstoffpreis ohne Untersuchung ist kein Vorteil, denn die Untersuchung gehört zur Impfung dazu.

Häufige Irrtümer

  • „Wohnungskatzen brauchen keine Impfung.“ Katzenseuche-Viren gelangen auch über Schuhe und Gegenstände in die Wohnung.
  • „Einmal geimpft, immer geschützt.“ Ohne abgeschlossene Grundimmunisierung und Auffrischungen lässt der Schutz nach.
  • „Jedes Jahr alles impfen ist am sichersten.“ Nicht jede Impfung braucht jährliche Wiederholungen. Ein auf die Katze abgestimmter Plan ist sinnvoller als ein Pauschalprogramm.
  • „Impfung ersetzt die Vorsorge.“ Der Impftermin ist eine gute Gelegenheit für den Gesundheitscheck, aber kein Ersatz für Zahn-, Gewichts- und Blutkontrollen bei älteren Katzen.
Häufige Fragen

Fragen und Antworten

Muss eine Wohnungskatze geimpft werden?
Eine gesetzliche Impfpflicht gibt es nicht, die Grundimpfungen gegen Katzenseuche und Katzenschnupfen werden aber auch für Wohnungskatzen empfohlen. Das Katzenseuche-Virus ist in der Umwelt sehr widerstandsfähig und kann über Schuhe, Kleidung oder Gegenstände in die Wohnung gelangen. Tollwut und Leukose sind bei reiner Wohnungshaltung meist nicht nötig, außer die Katze soll verreisen oder in eine Tierpension.
Was passiert, wenn eine Auffrischung verpasst wurde?
Meist genügt es, die Impfung nachzuholen. Liegt die letzte Impfung sehr lange zurück oder wurde die Grundimmunisierung nie abgeschlossen, kann die Praxis eine erneute Grundimmunisierung empfehlen. Für Reisen gilt bei Tollwut eine strengere Regel: Ist die Impfung abgelaufen, gilt die nächste Impfung als Erstimpfung mit neuer Wartezeit.
Welche Nebenwirkungen kann eine Impfung haben?
Häufig sind leichte Reaktionen wie Müdigkeit, etwas weniger Appetit oder eine kleine Schwellung an der Einstichstelle für ein bis zwei Tage. Selten treten allergische Reaktionen auf. Sehr selten kann sich an der Injektionsstelle Monate später eine Gewebsveränderung entwickeln. Eine Schwellung, die nach einigen Wochen noch da ist oder wächst, sollte deshalb untersucht werden.
Ab wann darf ein geimpftes Kitten nach draußen?
Erst wenn die Grundimmunisierung weitgehend abgeschlossen und das Kitten kastriert ist, idealerweise auch gechippt und registriert. In Österreich müssen Freigänger kastriert sein. Viele Praxen empfehlen, den ersten Freigang frühestens einige Wochen nach der letzten Kittenimpfung und nach der Kastration zu planen.

Zuletzt überarbeitet am 26. Oktober 2026.