Katzenrassen

Seriöse Katzenzüchter erkennen

Checkliste für den Besuch beim Züchter: Gesundheitstests, Stammbaum, Abgabealter, Vertrag, dazu die Warnsignale, an denen Sie Vermehrer erkennen.

Wer eine Rassekatze möchte, trifft mit der Wahl des Züchters die wichtigste Entscheidung. Ein guter Züchter legt die Grundlage für eine gesunde, gut sozialisierte Katze, ein schlechter verkauft womöglich ein krankes, verängstigtes oder viel zu junges Tier. Diese Checkliste hilft Ihnen, die richtigen Fragen zu stellen. Wir nennen bewusst keine einzelnen Zuchtstätten und vermitteln keine Kitten.

Die Checkliste für den Züchterbesuch

Nehmen Sie sich Zeit, besuchen Sie die Zuchtstätte mindestens einmal vor der Abholung und stellen Sie Fragen. Ein seriöser Züchter freut sich über interessierte Käufer und stellt seinerseits Fragen zu Ihrer Wohnsituation.

  1. Mitgliedschaft im Zuchtverein: Der Züchter gehört einem Rassekatzenverein an, der über einen Dachverband Stammbäume ausstellt und Zuchtregeln vorgibt.
  2. Gemeldete Zucht: In Österreich muss die Haltung von Katzen zur Zucht der Behörde gemeldet werden. Fragen Sie danach.
  3. Gesundheitstests der Elterntiere: Je nach Rasse etwa Gentests auf PKD, SMA oder GSD IV, Herzultraschall zur HCM-Vorsorge oder Röntgenbilder der Hüften. Sie bekommen die Befunde zu sehen, nicht nur die Aussage „alles getestet“.
  4. Aufzucht im Haushalt: Die Kitten wachsen in der Wohnung auf, nicht in einem Keller oder Zwinger, und haben Kontakt zu Menschen und Alltagsgeräuschen.
  5. Mutterkatze vor Ort: Sie können die Mutter sehen und erleben. Sie sollte gepflegt, entspannt und nicht abgemagert sein.
  6. Abgabealter: Die Kitten bleiben mindestens bis etwa zur zwölften Lebenswoche bei Mutter und Geschwistern.
  7. Tierärztliche Versorgung: Bei Abgabe sind die Kitten mehrfach geimpft, entwurmt, mit Mikrochip gekennzeichnet und haben einen EU-Heimtierausweis oder Impfpass.
  8. Stammbaum: Ausgestellt vom Verein oder Dachverband, nicht selbst gedruckt.
  9. Kaufvertrag: Er regelt Preis, Gesundheitszustand, Zuchtverwendung, Kastrationsvereinbarung und Rücknahme, falls es nicht klappt.
  10. Wenige Rassen, wenige Würfe: Seriöse Züchter konzentrieren sich meist auf eine oder zwei Rassen und haben nicht ständig Kitten abzugeben.

Warnsignale: so erkennen Sie Vermehrer

Vermehrer produzieren Rassekatzen oder Tiere, die so aussehen, mit möglichst wenig Aufwand. Typische Anzeichen:

  • Übergabe an einem neutralen Ort, etwa auf einem Parkplatz, oder Lieferung an die Haustür.
  • Sie dürfen die Mutterkatze nicht sehen, oder es heißt, sie sei „gerade beim Tierarzt“.
  • Kitten werden mit acht Wochen oder jünger angeboten.
  • Mehrere Rassen und ständig neue Würfe in derselben Anzeige.
  • Ein auffallend niedriger Preis, „Rassekatze ohne Papiere“ oder „Papiere gegen Aufpreis“.
  • Druck zur schnellen Entscheidung, Anzahlung ohne Besuch, ausschließlich Kontakt per Messenger.
  • Keine Fragen zu Ihrer Wohnsituation und Ihren Erfahrungen.
  • Kitten mit verklebten Augen, Durchfall, Husten oder auffälliger Scheu.

Ein verbreiteter Irrtum ist, man „rette“ ein Kitten, wenn man es einem Vermehrer abkauft. Tatsächlich hält jeder Kauf das Geschäft am Laufen. Wer ein Tier aus schlechter Haltung entdeckt, kann sich an die zuständige Behörde oder die Tierschutzombudsstelle des Bundeslands wenden.

Was ein Stammbaum aussagt und was nicht

Der Stammbaum, auch Ahnentafel genannt, listet die Vorfahren einer Katze über mehrere Generationen mit Namen, Farben und Zuchtbuchnummern auf. Er zeigt, dass Vater und Mutter registrierte Rassekatzen sind und dass die Verpaarung im Rahmen eines Vereins dokumentiert wurde. Aus der Ahnentafel lässt sich auch ablesen, ob in den Linien eng verwandte Tiere verpaart wurden.

Was der Stammbaum nicht leistet: Er garantiert keine Gesundheit und kein bestimmtes Wesen. Deshalb gehört zu einer seriösen Zucht immer die Kombination aus Stammbaum, Gesundheitsnachweisen und einer guten Aufzucht.

Rassetypische Tests im Überblick

Rasse Wichtige Untersuchungen der Elterntiere
Maine Coon Gentest HCM-Mutation, Gentest SMA, Herzultraschall, Hüftröntgen
Britisch Kurzhaar Herzultraschall (HCM), Gentest PKD, Blutgruppe
Perserkatze Gentest PKD, Beurteilung von Nase, Atmung und Augen
Norwegische Waldkatze Gentest GSD IV, Herzultraschall (HCM)
Heilige Birma allgemeine tierärztliche Untersuchung, Verwandtschaftsgrad der Elterntiere

Die Tabelle ist eine Orientierung. Welche Tests sinnvoll sind, entwickelt sich mit der Forschung weiter. Gute Züchter kennen den aktuellen Stand ihrer Rasse und erklären ihn Ihnen. Mehr zu den Erkrankungen selbst steht unter Katzengesundheit.

Was eine seriöse Zucht kostet

Konkrete Preise nennen wir bewusst nicht, weil sie je nach Rasse, Region und Zuchtstätte stark schwanken. Wichtiger ist die Frage, wofür bezahlt wird. In den Preis fließen Gesundheitstests der Elterntiere, Deckgebühren, Vereinsbeiträge, Stammbäume, Futter, Tierarzt, Impfungen, Chip und Wurmkuren der Kitten, dazu viel Zeit. Ein Angebot weit unter dem üblichen Niveau der jeweiligen Rasse ist deshalb fast immer ein Warnsignal und kein Schnäppchen.

Und wenn es keine Rassekatze sein muss?

In Tierheimen und bei Tierschutzvereinen warten viele Katzen auf ein Zuhause, darunter auch junge Tiere und gelegentlich Rassekatzen, die abgegeben wurden. Wie die Adoption abläuft, lesen Sie im Ratgeber Katze adoptieren.

Häufige Fragen

Fragen und Antworten

Ab welchem Alter dürfen Kitten zum neuen Besitzer?
Seriöse Züchter und Zuchtvereine geben Rassekitten in der Regel frühestens mit etwa zwölf Wochen ab. Bis dahin lernen sie von Mutter und Geschwistern wichtiges Sozialverhalten und haben ihre Grundimpfungen erhalten. Kitten, die mit acht Wochen oder jünger angeboten werden, sind ein deutliches Warnsignal.
Was ist ein Stammbaum bei Katzen wert?
Ein Stammbaum dokumentiert die Abstammung über mehrere Generationen und wird von einem Zuchtverein oder Dachverband ausgestellt. Er zeigt, dass die Zucht kontrolliert ist, und hilft, zu enge Verwandtschaft zu vermeiden. Eine Garantie für Gesundheit ist er nicht, deshalb sind zusätzlich die Gesundheitstests der Elterntiere wichtig.
Warum ist eine Rassekatze ohne Papiere so günstig?
Weil die Kosten fehlen, die eine sorgfältige Zucht verursacht: Gesundheitstests der Elterntiere, Vereinsbeiträge, Stammbäume, tierärztliche Betreuung, Impfungen, Chip und eine lange Aufzucht. Oft stammen solche Kitten von Vermehrern, die mehrere Würfe ohne Kontrolle produzieren.
Wie finde ich einen Zuchtverein?
In Österreich und Deutschland gibt es zahlreiche Rassekatzenvereine, viele davon sind Mitglied in einem internationalen Dachverband wie der FIFe, der WCF oder der TICA. Die Vereine führen häufig Listen ihrer Mitglieder und veranstalten Ausstellungen, auf denen Sie Züchter persönlich kennenlernen können.

Zuletzt überarbeitet am 26. Oktober 2026.