Katze adoptieren

Kitten-Erstausstattung: die Checkliste

Transportbox, Toiletten, Futter, Kratzmöglichkeiten und eine kittensichere Wohnung: die Checkliste für alles, was vor dem Einzug des Kittens bereitstehen sollte.

Vor dem Einzug eines Kittens sollten eine Transportbox, ausreichend Toiletten mit der gewohnten Streu, das bisherige Futter, getrennte Näpfe, Kratzmöglichkeiten, Schlaf- und Rückzugsplätze und Spielzeug bereitstehen. Mindestens ebenso wichtig ist eine kittensichere Wohnung, denn junge Katzen klettern, kauen und zwängen sich in jede Lücke. Diese Checkliste fasst alles zusammen, ohne bestimmte Produkte oder Marken zu empfehlen.

Wie die Eingewöhnung selbst abläuft, beschreibt der Ratgeber Katze adoptieren. Hier geht es um die Vorbereitung.

Die Checkliste auf einen Blick

Bereich Was Sie brauchen Pflicht oder optional
Transport stabile Transportbox, die sich auch oben öffnen lässt Pflicht
Toilette eine Toilette mehr als Katzen im Haushalt, Schaufel, Streu wie bisher Pflicht
Ernährung bisheriges Futter, Futternapf, separater Wassernapf Pflicht
Kratzen Kratzbaum oder Kratzbretter, senkrecht und waagrecht Pflicht
Ruhe Höhle oder Karton als Versteck, Schlafplatz mit Decke Pflicht
Spiel Federangel, Spielmäuse, Bälle Pflicht
Pflege Bürste oder Kamm passend zum Fell je nach Rasse
Sicherheit Fenstersicherung, Balkonnetz, Kabelschutz Pflicht, sobald nötig
Dokumente Impfpass oder EU-Heimtierausweis, Kaufvertrag, Chipnummer Pflicht
Zusätzlich Trinkbrunnen, Futterspielzeug, Fensterliege optional

Transport: die Box zuerst

Die Transportbox brauchen Sie schon für die Abholung und später für jeden Tierarztbesuch. Achten Sie auf diese Punkte:

  • Stabil und gut zu reinigen, keine Stofftasche, die das Kitten aufkratzen kann.
  • Öffnung oben und vorne, damit Sie das Kitten in der Praxis nicht herausziehen müssen.
  • Groß genug für später: Eine Box, in der sich die erwachsene Katze umdrehen kann, spart einen zweiten Kauf.
  • Mit einer Decke auslegen, die nach dem Zuhause beim Züchter oder im Tierheim riecht, wenn Sie eine bekommen.

Stellen Sie die Box zu Hause offen in einen Raum, damit das Kitten sie als normalen Liegeplatz kennenlernt. Dann wird der nächste Tierarztbesuch entspannter.

Toilette und Streu

Kitten haben meist schon beim Züchter oder in der Pflegestelle gelernt, eine Toilette zu benutzen. Diese Gewohnheit sollten Sie nicht durcheinanderbringen:

  • Gleiche Streu wie bisher. Fragen Sie vorher nach der Sorte. Eine Umstellung kann später schrittweise erfolgen.
  • Niedriger Einstieg für die ersten Wochen, eine größere Toilette, sobald das Kitten wächst.
  • Ruhiger Standort, nicht neben Futter und Wasser, nicht neben der lauten Waschmaschine.
  • Faustregel: eine Toilette pro Katze plus eine zusätzliche. Bei zwei Kitten also drei Toiletten.
  • Unparfümierte Streu, Duftstoffe schrecken viele Katzen ab.

Welche Streuarten es gibt und wie Sie den besten Standort finden, erklärt der Ratgeber Katzenklo und Streu. Falls trotzdem mal etwas danebengeht, hilft Kitten stubenrein bekommen.

Futter und Näpfe

Kitten haben einen hohen Energie- und Nährstoffbedarf und sollten deshalb Futter bekommen, das als Alleinfutter für Kitten oder für alle Lebensphasen ausgewiesen ist. Für den Einzug gilt aber vor allem: das gewohnte Futter weitergeben. Bitten Sie den Züchter oder das Tierheim um die genaue Sorte und eine kleine Menge zum Mitnehmen.

  • Flache, standfeste Näpfe aus Keramik oder Edelstahl, leicht zu reinigen.
  • Wasser getrennt vom Futter, idealerweise an mehreren Stellen in der Wohnung.
  • Keine Kuhmilch: Viele Katzen vertragen den Milchzucker schlecht. Wasser reicht als Getränk.
  • Futterumstellung langsam, über mehrere Tage gemischt.

Wie viel und was eine Katze in welchem Alter braucht, steht unter Katzenernährung.

Kratzen, Klettern, Schlafen

Ein Kitten will von Anfang an kratzen, klettern und sich zurückziehen.

  • Kratzmöglichkeiten in mehreren Räumen, senkrecht und waagrecht. Ein kleiner, stabiler Kratzbaum reicht anfangs, wichtiger ist, dass nichts wackelt.
  • Verstecke: Eine Höhle oder ein Karton mit Decke gibt in den ersten Tagen Sicherheit.
  • Schlafplätze: Körbe oder Decken an warmen, ruhigen Orten, gern auch erhöht.
  • Eingewöhnungsraum: Alle Dinge für die ersten Tage stehen in einem ruhigen Zimmer, damit das Kitten nicht gleich die ganze Wohnung erobern muss.

Spielzeug: Jagd statt Dauerbeschallung

Kitten lernen beim Spielen jagen, schleichen und springen. Gutes Spielzeug ahmt Beute nach:

  • Federangel oder Spielangel, die Sie selbst führen. Sie ist das wichtigste Spielzeug überhaupt.
  • Kleine Spielmäuse und Bälle zum Alleinspielen.
  • Futterspielzeug, aus dem das Kitten kleine Portionen herausangeln muss.

Spielen Sie nie mit Händen oder Füßen, sonst lernt das Kitten, in Hände zu beißen. Schnüre, Bänder und Wolle nur unter Aufsicht und danach wegräumen, denn verschluckte Fäden können gefährlich werden.

Die Wohnung kittensicher machen

Kitten unterschätzen Gefahren und passen durch erstaunlich kleine Öffnungen. Gehen Sie vor dem Einzug Raum für Raum durch:

  • Kippfenster sichern. Katzen können im Spalt eingeklemmt werden und sich schwer verletzen. Es gibt dafür Schutzgitter.
  • Balkon und offene Fenster vernetzen, bevor das Kitten Zugang bekommt.
  • Kabel bündeln oder abdecken, Ladekabel nicht herumliegen lassen.
  • Giftige Pflanzen entfernen, vor allem Lilien, die für Katzen schon in kleinen Mengen gefährlich sind.
  • Waschmaschine und Trockner vor dem Einschalten kontrollieren und Türen geschlossen halten.
  • Toilettendeckel schließen, Eimer und Wannen mit Wasser nicht offen stehen lassen.
  • Kleinteile wegräumen: Haargummis, Nadeln, Faden, Gummibänder, Plastiktüten.
  • Lücken schließen hinter Küchenzeilen, Einbaugeräten und unter Badewannen.
  • Medikamente, Reinigungsmittel und Lebensmittel wie Schokolade, Zwiebeln und Knoblauch sicher verstauen.
  • Herd und Kerzen im Blick behalten, Kitten springen auch auf heiße Flächen.

Wichtig: Wenn Ihr Kitten etwas Giftiges gefressen, einen Faden verschluckt oder sich verletzt hat, rufen Sie sofort Ihre Tierarztpraxis oder den tierärztlichen Notdienst an. Ziehen Sie einen aus dem Maul oder After hängenden Faden nicht selbst heraus.

Dokumente und Organisatorisches

Mit dem Kitten sollten Sie diese Unterlagen bekommen und prüfen:

  1. Impfpass oder EU-Heimtierausweis mit den bisherigen Impfungen und Entwurmungen.
  2. Kaufvertrag oder Schutzvertrag mit Angaben zu Gesundheit, Kastration und Rücknahme.
  3. Chipnummer, falls das Kitten bereits gechippt ist.
  4. Stammbaum bei einer Rassekatze, gegebenenfalls nach vereinbarter Kastration.
  5. Fütterungsplan mit Sorte, Menge und Uhrzeiten.

Vereinbaren Sie außerdem einen ersten Termin in einer Tierarztpraxis in Ihrer Nähe. Dort werden der Gesundheitszustand geprüft, die weiteren Impftermine und Entwurmungen geplant und der richtige Zeitpunkt für die Kastration besprochen.

Was Sie sich sparen können

Nicht alles, was im Zoofachhandel für Kitten angeboten wird, ist nötig:

  • Spezielle Katzenmilch ist kein Muss, Wasser genügt.
  • Halsbänder für Wohnungskatzen, sie bergen Verletzungsrisiken.
  • Haubentoiletten mit Duftfilter, viele Katzen meiden geschlossene oder parfümierte Toiletten.
  • Große Spielzeugsets: Wenige, wechselnde Spielsachen sind spannender als eine volle Kiste.
  • Laserpointer ohne echtes „Beutestück“ am Ende, weil die Jagd nie mit einem Fang endet.

Zwei Kitten statt eines

Wer ein einzelnes junges Kitten in eine Wohnung holt, in der tagsüber niemand ist, plant oft zu knapp. Zwei Kitten beschäftigen sich miteinander, lernen voneinander Grenzen beim Spielen und sind seltener gelangweilt. Die Ausstattung wächst dabei nur wenig: ein zusätzlicher Schlafplatz, eine zusätzliche Toilette und ein zweiter Napf. Wie sich ein Kitten in den ersten Monaten entwickelt, zeigt der Ratgeber Kitten-Entwicklung Woche für Woche.

Häufige Fragen

Fragen und Antworten

Was braucht ein Kitten am ersten Tag unbedingt?
Eine Transportbox für die Abholung, einen ruhigen Eingewöhnungsraum mit Toilette und gewohnter Streu, das Futter, das das Kitten bisher bekommen hat, frisches Wasser, ein Versteck und einen Schlafplatz. Alles andere kann auch in den ersten Tagen ergänzt werden.
Welche Katzentoilette ist für Kitten geeignet?
Für junge Kitten eine offene Toilette mit niedrigem Einstieg, damit sie ohne Mühe hineinklettern können. Sobald das Kitten wächst, sollte die Toilette so groß sein, dass sich die ausgewachsene Katze darin bequem drehen kann. Bei großen Rassen wie der Maine Coon lohnt es sich, gleich an später zu denken.
Soll ich das Futter vom Züchter oder Tierheim weiterfüttern?
Ja, zumindest in den ersten Tagen. Der Umzug ist Stress genug, ein plötzlicher Futterwechsel kann zusätzlich Durchfall auslösen. Wenn Sie umstellen möchten, mischen Sie das neue Futter über mehrere Tage schrittweise unter.
Braucht ein Kitten ein Halsband?
Für Wohnungskatzen ist ein Halsband nicht nötig. Kitten können damit hängen bleiben, deshalb raten viele Fachleute davon ab. Für die Identifikation ist ein Mikrochip mit Registrierung die sicherere Lösung.

Zuletzt überarbeitet am 26. Oktober 2026.