Katze adoptieren

Katze aus dem Ausland adoptieren: Risiken und Regeln

Viele Katzen aus Süd- und Osteuropa suchen ein Zuhause. Welche Papiere sie brauchen, welche Krankheiten Sie abklären lassen sollten und woran Sie eine seriöse Vermittlung erkennen.

Eine Katze aus dem Ausland braucht für die Einreise nach Österreich oder Deutschland einen Mikrochip, eine gültige Tollwutimpfung und einen EU-Heimtierausweis. Weil die Tollwutimpfung frühestens mit zwölf Wochen gegeben wird und erst nach 21 Tagen gilt, kommen Kitten frühestens mit etwa 15 Wochen in Frage. Vor der Adoption sollten Sie außerdem klären, welche Gesundheitstests gemacht wurden und ob die vermittelnde Organisation seriös arbeitet.

Viele Tierschutzvereine vermitteln Katzen aus Süd- und Osteuropa, wo Straßenkatzen häufig und Tierheimplätze knapp sind. Eine solche Adoption kann einer Katze ein gutes Leben schenken. Sie ist aber anspruchsvoller als eine Adoption im heimischen Tierheim, weil Sie die Katze oft vorher nicht kennenlernen und die Verantwortung über Ländergrenzen hinweg verteilt ist. Wie eine Adoption allgemein abläuft, steht im Ratgeber Katze adoptieren.

Die Einreiseregeln

Für Katzen, die aus einem anderen EU-Land einreisen, gelten diese Mindestanforderungen:

Voraussetzung Was Sie prüfen sollten
Mikrochip Chipnummer im Ausweis eingetragen, Datum vor oder am Tag der Tollwutimpfung
Tollwutimpfung frühestens ab zwölf Wochen, bei Erstimpfung seit mindestens 21 Tagen gültig
EU-Heimtierausweis von einer Tierarztpraxis ausgestellt, Einträge vollständig, gestempelt und unterschrieben

Kommt die Katze aus einem Land außerhalb der EU, können zusätzlich ein Tollwut-Antikörpertest mit mehrmonatiger Wartezeit und eine amtliche Tiergesundheitsbescheinigung nötig sein. Die Einzelheiten, auch zu gelisteten und nicht gelisteten Drittländern, erklärt der Ratgeber Mit der Katze verreisen.

Privat mitgenommen oder vermittelt

Rechtlich macht es einen Unterschied, ob Sie eine Katze selbst mit nach Hause nehmen oder ob eine Organisation sie an Sie vermittelt. Für den privaten Reiseverkehr reichen die oben genannten Papiere. Wird eine Katze dagegen gezielt zu einem neuen Halter gebracht, gilt das in der Regel als Verbringen zum Zweck der Abgabe. Dafür sind meist eine amtstierärztliche Gesundheitsbescheinigung und eine Meldung im EU-Veterinärsystem TRACES erforderlich.

In Deutschland brauchen Organisationen, die Tiere aus dem Ausland zur Vermittlung einführen, in der Regel eine Erlaubnis der zuständigen Behörde nach dem Tierschutzgesetz. Eine seriöse Organisation kann Ihnen diese Erlaubnis nennen.

Gesundheitliche Risiken

Katzen von der Straße oder aus überfüllten Auffangstationen hatten oft Kontakt zu vielen Artgenossen und wenig tierärztliche Versorgung. Das heißt nicht, dass jede Auslandskatze krank ist. Diese Themen sollten aber abgeklärt sein:

Thema Worum es geht Wie es geprüft wird
FIV (Katzen-Aids) Virusinfektion, die das Immunsystem schwächt, Übertragung vor allem durch Bisse Bluttest
FeLV (Leukose) Virusinfektion mit unterschiedlichem Verlauf, für andere Katzen ansteckend Bluttest, ggf. Wiederholung
Darmparasiten, Giardien Würmer und Einzeller, häufige Ursache für Durchfall Kotuntersuchung, oft mehrere Proben
Ohrmilben, Flöhe Juckreiz, Ohrenschmalz, Hautentzündungen Untersuchung beim Tierarzt
Hautpilz ansteckend, auch für Menschen Untersuchung, ggf. Pilzkultur
Katzenschnupfen chronische Verläufe mit Augen- und Nasenausfluss klinische Untersuchung
Leishmaniose und andere Mittelmeerkrankheiten von Insekten übertragene Erkrankungen, bei Katzen seltener als bei Hunden je nach Herkunft nach tierärztlicher Empfehlung

Ein positiver FIV-Test ist kein Grund, eine Katze abzulehnen. Viele FIV-positive Katzen leben lange und gut, sollten aber in der Regel nicht frei laufen und nur mit verträglichen Partnern zusammenleben. Wichtig ist, dass Sie das vorher wissen.

Wichtig: Lebt bereits eine Katze bei Ihnen, halten Sie die neue Katze zunächst getrennt, bis der Gesundheitscheck in Ihrer Tierarztpraxis abgeschlossen ist. Gemeinsame Näpfe, Toiletten und Decken erst nach der Untersuchung. Händewaschen nach dem Kontakt schützt Sie und Ihre Katzen vor Hautpilz und Parasiten.

Planen Sie den ersten Tierarzttermin für die ersten Tage nach der Ankunft. Nehmen Sie den Heimtierausweis und alle Befunde der Organisation mit. Welche Warnzeichen bei Katzen allgemein einen Tierarztbesuch erfordern, steht im Ratgeber Katzengesundheit.

Seriöse Organisationen erkennen

Im Auslandstierschutz arbeiten viele engagierte Vereine sehr sorgfältig. Es gibt aber auch Anbieter, die Mitleid ausnutzen oder Tiere ohne ausreichende Versorgung massenhaft transportieren. Diese Merkmale sprechen für eine seriöse Vermittlung:

  • Transparenz: Name, Sitz und Vereinsregister sind öffentlich, es gibt feste Ansprechpartner.
  • Ehrliche Beschreibung: Gesundheitszustand, Testergebnisse, Alter und Verhalten werden offen genannt, auch Schwächen.
  • Vorkontrolle: Vor der Vermittlung wird Ihr Zuhause angesehen oder zumindest ausführlich besprochen.
  • Schutzvertrag: Er regelt Haltung, Kastration, tierärztliche Versorgung und ein Rücknahmerecht.
  • Nachvollziehbarer Transport: Die Organisation erklärt, wie und mit welchen Papieren die Katze reist.
  • Pflegestellen im Inland: Viele Katzen leben vor der Vermittlung einige Zeit bei Pflegefamilien, die ihr Wesen kennen.
  • Nachbetreuung: Der Verein bleibt nach der Übergabe ansprechbar und nimmt die Katze bei Problemen zurück.

Warnsignale

  1. Sie sollen sich sehr schnell entscheiden, oft mit dem Hinweis, die Katze werde sonst getötet.
  2. Die Übergabe soll auf einem Parkplatz oder an einer Autobahnraststätte stattfinden.
  3. Sie sollen vorab Geld überweisen, ohne Vertrag und ohne Angaben zur Organisation.
  4. Angebotene Kitten sind jünger als etwa 15 Wochen und sollen trotzdem „sofort“ reisen.
  5. Der Heimtierausweis ist unvollständig, Daten passen nicht zusammen, oder er wird erst bei der Übergabe gezeigt.
  6. Es gibt keine Gesundheitsangaben, keine Vorkontrolle und kein Rücknahmerecht.

Mehrere dieser Punkte zusammen deuten auf illegalen Handel oder unseriöse Vermittlung hin. Bei begründetem Verdacht können Sie sich an die Amtstierärztin oder den Amtstierarzt Ihres Bezirks wenden.

Schutzgebühr und Kosten

Auch Auslandsorganisationen verlangen eine Schutzgebühr. Ihre Höhe unterscheidet sich je nach Verein, Alter der Katze und erbrachten Leistungen. Sie deckt meist einen Teil der Kosten für Kastration, Impfungen, Chip, Heimtierausweis, Tests, Unterbringung und Transport. Lassen Sie sich vorab schriftlich geben, was enthalten ist, und zahlen Sie erst, wenn ein Schutzvertrag vorliegt.

Rechnen Sie zusätzlich mit Kosten nach der Ankunft: dem ersten Gesundheitscheck in Ihrer Praxis, eventuell fehlenden Impfungen oder Nachtests, Entwurmungen und der Behandlung von Parasiten. Bei Katzen mit chronischen Erkrankungen können laufende Tierarztkosten dazukommen. Wie Sie die laufenden Ausgaben insgesamt planen, zeigt der Ratgeber Kosten einer Katze pro Monat.

Ankommen im neuen Zuhause

Eine Auslandskatze hat oft eine lange Reise hinter sich und kennt weder Wohnung noch Menschen. Geben Sie ihr ein ruhiges Zimmer mit Toilette, Wasser, Futter und Versteckmöglichkeiten. Lassen Sie sie selbst entscheiden, wann sie herauskommt. Ehemalige Straßenkatzen brauchen manchmal Wochen, bis sie Vertrauen fassen. Wer bereits Katzen hat, führt die neue Katze nach dem Gesundheitscheck schrittweise ein, wie es der Ratgeber Zweitkatze vergesellschaften beschreibt.

Planen Sie außerdem eine Umstellung auf Wohnung oder gesicherten Freigang ein. Viele Auslandskatzen kennen nur das Leben draußen. Wer sie nicht hinauslassen möchte, sollte eine Katze wählen, die schon auf einer Pflegestelle drinnen zufrieden gelebt hat.

Ausland oder heimisches Tierheim?

Auch in österreichischen und deutschen Tierheimen warten viele Katzen auf ein Zuhause. Der Vorteil dort: Sie lernen die Katze vorher kennen, das Personal kennt ihr Wesen, und Rückfragen sind einfach. Eine Auslandsadoption ist dann eine gute Wahl, wenn Sie eine seriöse Organisation gefunden haben, die Ihnen die Katze ehrlich beschreibt, und wenn Sie bereit sind, mit Unbekanntem geduldig umzugehen.

Häufige Fragen

Fragen und Antworten

Ist es erlaubt, eine Katze aus dem Urlaub mitzunehmen?
Nur, wenn sie die Einreisebedingungen erfüllt: Mikrochip, Tollwutimpfung, nach der Erstimpfung 21 Tage Wartezeit und einen EU-Heimtierausweis. Eine Straßenkatze spontan ins Auto zu setzen, ist deshalb nicht zulässig. Wer helfen möchte, kann eine örtliche Tierschutzorganisation kontaktieren, die die Katze tierärztlich versorgt und die Ausreise vorbereitet.
Welche Tests sollte eine Katze aus dem Ausland haben?
Sinnvoll sind ein Test auf FIV und FeLV, eine Kotuntersuchung auf Würmer und Giardien und ein gründlicher allgemeiner Check von Haut, Ohren, Augen und Zähnen. Je nach Herkunftsregion kann die Tierarztpraxis weitere Untersuchungen empfehlen, etwa auf Leishmaniose. Fragen Sie die Organisation, welche Tests vor der Ausreise gemacht wurden, und lassen Sie sich die Befunde geben.
Wie erkenne ich eine unseriöse Auslandsvermittlung?
Warnzeichen sind Zeitdruck und Mitleidsappelle, Übergaben auf Autobahnparkplätzen, Zahlung ohne Vertrag, fehlende Angaben zu Gesundheit und Herkunft, sehr junge Kitten unter 15 Wochen, keine Vorkontrolle und keine Möglichkeit, die Katze bei Problemen zurückzugeben. Seriöse Vereine sind transparent, nehmen sich Zeit und bleiben Ansprechpartner.
Ist eine Katze aus dem Ausland eine gute Wahl für Anfänger?
Das kommt auf das einzelne Tier an. Viele Auslandskatzen sind gut sozialisiert und unkompliziert. Andere haben lange auf der Straße gelebt, sind scheu oder bringen gesundheitliche Baustellen mit. Für Anfänger eignen sich Katzen, die schon einige Zeit auf einer Pflegestelle im Inland gelebt haben und deren Wesen bekannt ist.

Zuletzt überarbeitet am 26. Oktober 2026.