Maine Coon

Maine Coon kaufen: Preis und worauf achten

Statt Fixpreisen die Faktoren, die den Preis einer Maine Coon bestimmen: was im Preis stecken sollte, welche Tests Pflicht sind und woran Sie Vermehrer erkennen.

Was eine Maine Coon kostet, lässt sich nicht mit einer einzigen Zahl beantworten. Der Preis hängt vor allem davon ab, ob das Kitten aus einer seriösen, vereinsgebundenen Zucht mit getesteten Elterntieren stammt und ob es als Liebhabertier oder mit Zuchtrecht abgegeben wird. Ein fairer Preis deckt Gesundheitstests, tierärztliche Versorgung und eine lange Aufzucht ab. Ein auffallend billiges Angebot spart fast immer an genau diesen Punkten.

Wir nennen bewusst keine Preisspannen, weil sie je nach Region, Zuchtstätte und Zeitpunkt stark schwanken und schnell veralten. Stattdessen zeigt dieser Ratgeber, woraus sich der Preis zusammensetzt und wie Sie ein Angebot selbst einordnen.

Wovon der Preis einer Maine Coon abhängt

Faktor Wirkung auf den Preis Bewertung
Liebhabertier oder Zuchtrecht Zuchttiere sind deutlich teurer Für Familien reicht ein Liebhabertier
Gesundheitstests der Eltern Tests kosten Geld und werden regelmäßig wiederholt Pflicht, kein Aufpreis-Extra
Vereinszugehörigkeit und Stammbaum Beiträge und Papiere gehören zum Preis Stammbaum vom Verein oder Dachverband
Aufzucht und Abgabealter lange Aufzucht bis etwa 12 Wochen kostet Futter, Zeit, Tierarzt kürzere Aufzucht ist ein Warnsignal
Ausstellungsqualität Tiere nahe am Rassestandard werden höher bewertet für den Alltag ohne Bedeutung
Farbe manche Farben sind gefragter sagt nichts über Gesundheit oder Wesen
Region und Nachfrage Wartelisten und Regionen beeinflussen den Preis Preise verschiedener Züchter vergleichen

Die wichtigste Unterscheidung ist die zwischen Liebhabertier und Zuchttier. Ein Liebhabertier wird ohne Zuchtrecht verkauft, der Kaufvertrag enthält dann meist eine Kastrationsvereinbarung. Wer selbst nicht züchten will, braucht kein Zuchtrecht und sollte auch keinen Aufpreis dafür zahlen.

Was im Preis enthalten sein sollte

Bei der Abholung aus einer seriösen Zucht sollte das Kitten Folgendes mitbringen:

  • Alter: mindestens etwa zwölf Wochen, damit es lange genug bei Mutter und Geschwistern war.
  • Impfungen: Grundimpfungen gegen Katzenseuche und Katzenschnupfen, dokumentiert im Heimtierausweis oder Impfpass.
  • Entwurmung: mehrfach entwurmt, mit Angabe des Präparats und Datums.
  • Mikrochip: gekennzeichnet, idealerweise bereits registriert oder mit Unterlagen zur Registrierung.
  • Tierärztliche Untersuchung: ein aktueller Gesundheitscheck vor der Abgabe.
  • Stammbaum: ausgestellt vom Zuchtverein oder Dachverband, nicht selbst gedruckt.
  • Gesundheitsnachweise der Eltern: Kopien der Testergebnisse und Herzbefunde.
  • Kaufvertrag: mit Preis, Gesundheitszustand, Kastrationsvereinbarung und Regelung, was passiert, wenn es nicht klappt.

Viele Züchter geben außerdem einen Futterplan und etwas gewohntes Futter mit. Das erleichtert die ersten Tage im neuen Zuhause.

Gesundheitstests: das wichtigste Qualitätsmerkmal

Bei der Maine Coon sind drei erbliche Gesundheitsthemen gut bekannt, auf die verantwortungsvolle Züchter ihre Tiere untersuchen lassen:

  1. HCM: Für die Maine Coon gibt es einen Gentest auf eine bekannte Mutation, die mit der Herzmuskelverdickung in Verbindung steht. Weil HCM auch ohne diese Mutation auftreten kann, gehört regelmäßiger Herzultraschall der Zuchttiere dazu. Mehr dazu im Ratgeber HCM bei Katzen.
  2. SMA (spinale Muskelatrophie): Ein Gentest zeigt, ob ein Zuchttier die Veranlagung trägt.
  3. Hüftdysplasie: Sie wird über Röntgenbilder der Hüften beurteilt.

Fragen Sie konkret nach den Befunden beider Elterntiere und lassen Sie sich die Dokumente zeigen. Die Aussage „unsere Katzen sind alle gesund“ ersetzt keinen Befund. Ein guter Züchter erklärt Ihnen, was getestet wurde und wann.

Warnsignale bei Maine-Coon-Angeboten

Die Maine Coon ist sehr beliebt und wird deshalb besonders häufig von Vermehrern angeboten. Diese Anzeichen sollten Sie stutzig machen:

  • „Reinrassige Maine Coon ohne Papiere“ oder „Papiere gegen Aufpreis“.
  • „Maine-Coon-Mix“ zu einem Preis, der dem einer Rassekatze nahekommt.
  • Werbung mit extremen Größen oder Gewichten, etwa „XXL“ oder „Riesen-Maine-Coon“.
  • Kitten jünger als etwa zwölf Wochen oder Abgabe „sofort“.
  • Keine Möglichkeit, die Mutterkatze zu sehen, oder Übergabe an einem neutralen Ort.
  • Ständig neue Würfe, mehrere Rassen in einer Anzeige.
  • Druck zur schnellen Anzahlung, Kontakt ausschließlich per Messenger.

Eine ausführliche Checkliste für den Züchterbesuch finden Sie im Ratgeber Seriöse Züchter erkennen.

Fragen, die Sie dem Züchter stellen sollten

Nutzen Sie den Besuch, um sich ein Bild zu machen. Diese Fragen helfen:

  • Welchem Verein gehören Sie an, und wer stellt den Stammbaum aus?
  • Welche Tests haben beide Elterntiere, und wann war der letzte Herzultraschall?
  • Wie wachsen die Kitten auf, und welche Erfahrungen machen sie bis zur Abgabe?
  • Welches Kitten passt vom Temperament zu meinem Haushalt?
  • Was regelt der Kaufvertrag, und nehmen Sie das Tier zurück, wenn es nicht klappt?
  • Darf ich mich nach dem Kauf mit Fragen an Sie wenden?

Ein seriöser Züchter stellt umgekehrt auch Ihnen Fragen: zur Wohnung, zu anderen Tieren, zu Ihrer Arbeitszeit und zu Ihren Erfahrungen. Wer Ihnen ohne jedes Interesse ein Kitten verkaufen will, denkt eher an den Umsatz als an das Tier.

Der Ablauf vom ersten Kontakt bis zur Abholung

  1. Recherche: Über Rassekatzenvereine und Ausstellungen finden Sie Züchter in Ihrer Region. Rechnen Sie mit Wartezeiten, gute Zuchten haben nicht ständig Kitten.
  2. Erster Kontakt: Stellen Sie sich und Ihren Haushalt vor und fragen Sie nach geplanten Würfen.
  3. Besuch: Lernen Sie Mutterkatze, Kitten und Umgebung kennen. Ein zweiter Besuch vor der Abholung ist üblich.
  4. Reservierung: Wenn alles passt, wird ein Kitten schriftlich reserviert, oft gegen Anzahlung.
  5. Abholung: Mit etwa zwölf Wochen oder später, mit allen Unterlagen und einem Kaufvertrag.

Was im Kaufvertrag stehen sollte

Ein schriftlicher Kaufvertrag schützt beide Seiten. Viele Zuchtvereine stellen ihren Mitgliedern Mustervorlagen zur Verfügung. Achten Sie darauf, dass mindestens diese Punkte geregelt sind:

  • Name, Geburtsdatum, Farbe und Chipnummer des Kittens sowie die Namen der Elterntiere,
  • Kaufpreis und Höhe einer eventuellen Anzahlung,
  • Abgabe als Liebhabertier oder mit Zuchtrecht, bei Liebhabertieren die Kastrationsvereinbarung,
  • Gesundheitszustand bei Abgabe und die durchgeführten Impfungen und Entwurmungen,
  • Hinweis auf die Gesundheitsbefunde der Elterntiere,
  • Regelung für den Fall, dass Sie das Tier später nicht mehr halten können, etwa ein Rücknahme- oder Vorkaufsrecht des Züchters.

Lesen Sie den Vertrag vor der Unterschrift in Ruhe durch und fragen Sie nach, wenn Ihnen eine Klausel unklar ist. Ein seriöser Züchter erklärt seine Bedingungen gern.

Die Folgekosten nicht vergessen

Der Kaufpreis ist nur der Anfang. Eine große Katze verursacht über viele Jahre laufende Kosten:

Kostenblock Besonderheit bei der Maine Coon
Futter große Katze, lange Wachstumsphase, entsprechend höherer Bedarf
Ausstattung stabiler, großer Kratzbaum, große Toilette, große Transportbox
Streu große Wannen brauchen mehr Streu
Tierarzt jährliche Vorsorge, Impfungen, Kastration, Rücklagen für Krankheiten
Absicherung Rücklage oder Versicherung für Operationen und Notfälle

Wie ruhig und menschenbezogen eine Maine Coon im Alltag ist und wie viel Platz sie braucht, beschreibt der Ratgeber Charakter, Größe und Haltung. Die Rassedaten im Überblick stehen im Maine-Coon-Steckbrief.

Alternative: eine erwachsene Maine Coon

Nicht jede Maine Coon muss als Kitten einziehen. Gelegentlich suchen erwachsene Tiere ein neues Zuhause, etwa Katzen aus aufgelösten Zuchten oder Tiere, deren Halter sie nicht mehr versorgen können. Manche Rassekatzenvereine und Tierheime vermitteln solche Katzen. Der Vorteil: Charakter und Größe sind schon bekannt. Sie wissen also, ob die Katze verschmust oder eher eigenständig ist, ob sie andere Katzen mag und wie groß sie tatsächlich geworden ist. Fragen Sie auch bei erwachsenen Tieren nach Gesundheitsunterlagen, dem Impfstatus und dem Grund der Abgabe. Wie eine Adoption abläuft, lesen Sie unter Katze adoptieren.

Häufige Fragen

Fragen und Antworten

Warum ist eine Maine Coon aus seriöser Zucht teurer als in Kleinanzeigen?
Weil eine sorgfältige Zucht hohe Kosten verursacht: Gentests und Herzultraschall der Elterntiere, Hüftröntgen, Deckgebühren, Vereinsbeiträge, Stammbäume, tierärztliche Betreuung, Impfungen, Chip und eine lange Aufzucht. Günstige Angebote sparen genau an diesen Punkten.
Was ist der Unterschied zwischen Liebhabertier und Zuchttier?
Ein Liebhabertier wird ohne Zuchtrecht abgegeben, meist mit der Vereinbarung, es kastrieren zu lassen. Ein Zuchttier darf mit Zustimmung von Verein und Züchter für die eigene Zucht verwendet werden und ist in der Regel deutlich teurer. Für Familien und Einzelhalter ist ein Liebhabertier die richtige Wahl.
Welche Gesundheitstests sollten die Elterntiere haben?
Bei der Maine Coon gehören ein Gentest auf die bekannte HCM-Mutation, ein Gentest auf spinale Muskelatrophie (SMA), regelmäßiger Herzultraschall und eine Röntgenbeurteilung der Hüften dazu. Lassen Sie sich die Befunde beider Elterntiere zeigen.
Ist eine Anzahlung bei der Reservierung normal?
Viele seriöse Züchter nehmen nach einem Besuch eine Anzahlung, wenn Sie ein Kitten verbindlich reservieren. Das sollte schriftlich in einem Reservierungs- oder Kaufvertrag geregelt sein. Eine Anzahlung ohne Besuch, nur per Messenger und mit Zeitdruck, ist dagegen ein Warnsignal.

Zuletzt überarbeitet am 26. Oktober 2026.